Das Lernen Lernen mit Konzentrationsübungen beginnen

Das Problem mit dem Lernen anzufangen

Die meisten von Ihnen werden diese Erfahrung wahrscheinlich schon gemacht haben: Es fällt Ihnen schwer mit dem Lernen zu beginnen. Doch woran liegt es, dass wir nicht den richtigen Einstieg finden und nicht anfangen können? Und noch wichtiger: Was können wir dagegen tun?

Anfängliche Hemmungen zum Lernen verhindern

Unser Leben besteht ja bekanntlich nicht nur aus Lernen, deshalb sind wir, wenn wir am Schreibtisch sitzen manchmal unkonzentriert und abgelenkt. Unser Gehirn muss sich deshalb als allererstes in den Lernmodus wechseln. Normalerweise dauert dies in etwas 15 Minuten, bis wir dann auch wirklich konzentriert und effektiv lernen können.

Weil unsere Leistung gerade anfangs eher schwach ist empfiehlt es sich eine leichte Aufgabe für Ihren Lerneinstieg zu nutzen. Gleichzeitig macht es auch Sinn, ein Fach oder Themengebiet zu wählen, welches Sie besonders mögen.

Beginnen Sie auf gar keinen Fall mit etwas Schwerem, das schlimmstenfalls auch noch aus einem unbekannt Fachgebiet kommt – dann kann es nämlich passieren, dass die 15 Minuten gar nichts passiert, und Sie sich ablenken lassen.

Der Lerneinstieg lässt sich eigentlich auch mit der Aufwärmphase eines Sportlers vergleichen. Sohwol der Körper benötigt Zeit um beweglich zu werden, als auch das Gehirn um auf den Lernmodus umzuschalten und leistungsfähig zu werden.

Aktives Lesen

Wenn Sie aktiv lesen möchten benötigen vor allem viele unterschiedliche Stifte um wichtige Schlüsselwörter und Textstellen zu markieren. Sie können nach dem folgenden Schema vorgehen, um einen Überblick mit Orientierung zu bekommen:

Fragezeichen = Unklarheiten

Unterringelung = Zweifelhafte Stellen

Seitenhinweis = Informationen, die in einem anderen Kontext wiederauftauchen

Nach jedem bearbeiteten Abschnitt fassen Sie das wichtigste Wissen in eigenen Worten zusammen, denn selbst Erarbeitetes ist leichter zu merken.

Vokabeln

Wer eine Fremdsprache beherrschen will, muss neben der Grammatik vor allem Wörter lernen. Ohne einen angemessenen Wortschatz ist es unmöglich, sich verständlich auszudrücken. Ein Satz kann noch so falsch formuliert sein, wenn die Vokabeln stimmen, versteht man die Aussage trotzdem.

Als Kinder haben wir uns unsere Muttersprache schnell eingeprägt, weil wir sie ständig gehört haben. Heute müssen wir auf Hilfsmittel zurückgreifen und gezielt lernen. Jeder will sie sich möglichst zügig einprägen, um sich wortgewandt im Alltag, in der Schule oder im Studium auszudrücken. Sie können auch Vokabeln lernen lernen.

Karteikasten

Karteikarten sind die bekannteste Methode. Der Kasten besteht aus einer Schachtel mit fünf Fächern und ganz vielen kleinen Karten. Auf ihnen kann der eifrige Lernende alles aufschreiben, was er sich einprägen möchte.

Der Vorgang ist simpel: auf der Vorderseite steht die Frage (oder das deutsche Wort), auf der Rückseite die Antwort (oder das Fremdwort). Jede Karte startet im ersten Fach. Dort nehmen Sie die Karte heraus, lesen das Wort und versuchen, dieses zu übersetzen. Dann können Sie Ihre Antwort mit der Rückseite vergleichen. Wenn Sie richtig lagen, wandert der Zettel in das nächste Fach. Liegen Sie falsch, muss er wieder zurück in das erste Fach. Die anderen Fächer bearbeiten Sie erst, wenn sie voll sind. Hierbei wandert jede falsche Antwort wieder in Fach 1.

Wie Sie sich bestimmt denken können, sollten Sie beim Beschriften der Zettel auf eine saubere Schrift und Rechtschreibung achten, damit Sie nichts falsches lernen. Außerdem sollten Sie die Karten immer im oberen Viertel beschreiben. Das erleichtert das durchblättern und Sie finden Karten schneller wieder. Überlegen Sie vor dem Aufschreiben, ob Sie wirklich alle diese Worte in ihrem Langzeitgedächtnis behalten müssen. Farben und Abkürzungen helfen, um verschiedene Fächer oder Themen auseinander zu halten. Ein guter Richtwert ist, nicht über 30 Wörter am Tag zu lernen.

Eselsbrücken

Die Fantasie spielt beim Vokabellernen auch eine wichtige Rolle. Durch Eselsbrücken ersparen sich das stupide Auswendiglernen der Begriffe. Benutzen Sie ihre Kreativität, um aus fremdsprachigen Worten ähnlich klingende deutsche Worte zu schaffen. Aus dem englischen „grow“ wird „grau“, aus „flock“ wird „Schneeflocke“ und so weiter. Verbinden Sie diese neuen Begriffe mit der wirklichen Bedeutung des Fremdwortes und formen Sie einen verrückten Satz daraus. So merken Sie sich die schwersten Vokabeln garantiert viel schneller.

Zusammenhänge durchspielen

Um auch die anderen Sinne zu aktivieren, können Sie Vokabeln wie folgt lernen: lesen Sie den Text mit den Fremdwörtern und spielen Sie ihn nach. Stellen Sie sich jede Szene bildlich, wie im Kino, vor. Danach gehen Sie die Story noch einmal durch und verinnerlichen so automatisch alle gelernten Vokabeln.

Egal, für welche Methode Sie sich entscheiden, achten Sie darauf, nicht mehr als 30 Wörter am Tag zu lernen. Auch sollten Sie ihre Vokabeln in Wortgruppen einteilen (ca. 7 Worte/Gruppe). So können Sie nach jedem Block kurz etwas anderes machen.

Die Loci-Methode

Die Loci-Methode wurde schon von den alten Griechen verwendet und macht dann Sinn, wenn Sie sich die Informationen in einer bestimmen Reihenfolge merken müssen – wie z.B. bei Referaten oder Präsentationen. Sie müssen sich dafür eine feste Route überlegen wie z.B. der Gang durch Ihre Wohnung oder Ihr täglicher Arbeitsweg. Jetzt ordnen Sie jeder Information einen Routenpunkt zu und versuchen das Ganze im Kopf zu visualisieren. Wenn Sie nun im Geiste diese Route ablaufen, fällt es Ihnen leichter die notwendigen Informationen abzurufen.

In kleinen Portionen lernen

Sie sitzen vor einem Berg von Lernmaterialien und Arbeit und wissen nicht wie Sie anfangen können? Dann gehen Sie am besten wie folgt vor:

 

  • Teilen Sie Ihr Bündel auf verschiedene Portionen auf, wie z.B. Hausaufaben, Referate und Prüfungsvorbereitung.
  • Machen Sie eine Liste mit allem was Sie an diesem Tag erledigen müssen.
  • Schreiben Sie sich pro Aufgabe ein kleines Zettelchen
  • Für jede erledigte Aufgabe schmeißen Sie ein Zettelchen weg. Die Arbeit wird zwar dadurch nicht weniger, dafür aber übersichtlicher.

Lernspaß durch Abwechslung

Abwechslung fördert die Konzentrationsfähigkeit. Falls man immer das Gleich oder Ähnliche lernt, dann wird das mit der Zeit einfach langweilig und die Konzentration und Motivation sinken kontinuierlich.

Wenn ein Schüler beispielsweise:

  • Vokabeln aufschreibt
  • eine schriftliche Übersetzung anfertigt
  • und noch einen Aufsatz in derselben Fremdsprache verfasst

dann ist das einfach sehr anstrengend, aber auch langweilig und die Lust am lernen nimmt viel schneller ab, als bei einer abwechslungsreichen Reihenfolge.

Hemmung durch ähnliche Inhalte beim Lernen

Ähnliche Lerninhalte sind schwierig zu behalten und das hat auch einen Grund: Sie sind schlecht auseinander zu halten und werden deshalb auch leichter verwechselt. Das kann bei ähnlichen Begriffen, Formeln oder Vokabeln in gleichen und verschiedenen Sprachen passieren.

Die Ursache ist, dass die Verarbeitung ähnlicher Inhalte im Gehirn nicht immer parallel verläuft, sondern auch “über Kreuz” was die Störanfälligkeit erhöht. Es ist daher sinnvoll abwechslungsreich zu lernen.

Checkliste: Konzentration beim Lernen

Konzentration heißt beim Lernen sein gesamt Aufmerksamkeit auf eine Sache zu richten.

Unter Zeitdruck zu lernen, übt sich besonders negativ auf die Konzentration aus.

Im Gegensatz dazu ist eine angenehme Arbeitsatmosphäre sehr förderlich.

Der Arbeitsplatz bzw. Schreibtisch sollte einerseits freundlich und einladend gestaltet sein, andererseits aber auch zweckmäßig und ordentlich sein.

Mit Hilfe der Erstellung von Zeitplänen, kann man den Lernprozess strukturieren und somit Zeit sparen.

Lernen wird angenehmer durch: den Anfang mit leichten Dingen, einer Reihenfolge und der Vermeidung ähnlicher Lerninhalte.